Panamakanal 2014

Kanaldurchfahrt

am 16. / 17. Februar 2014

02 karte panamakanal gross

    

Panamakanal 201...
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Weitere Bilder sehen Sie in der untenstehenden Bildergalerie. Viel Spass

 


Reisebericht

Panamakanal

Am Samstag, 16. Februar ist dann soweit und wir verabschieden uns  von den anderen Seglern in der Marina. Die einen kommen in ein paar Wochen nach, andere schlagen eine andere Richtung ein. Wer weiss  wen wir wann und ob überhaupt, wiedersehen. Wir müssen um 18.00 Uhr beim Standort vor dem Kanal sein. Für uns heisst das, dass wir im Dunkeln mit Scheinwerferlicht  durch die ersten drei Schleusen des Kanals fahren und erst um Mitternacht im Gatunstausee ankommen um da zu Übernachten. Ich denke toll! Grrr … genau so hab ich mir das vorgestellt! Vor Ort müssen wir uns mit einer zweiten Segelyacht vertäuen und hinter einem grossen Frachter  in die gleiche Schleuse einfahren. Kurt hatte die Aufgabe für die beiden Boote zu motoren, da ein Katamaran mit zwei Motoren besser steuerbar ist. Er musste darauf achten schön in die Mitte einzufahren. Hohe Konzentration und nicht immer einfach, da auch noch ein heftiger Wind blies und die beiden Boote immer mal wieder in Querlage zu bringen versuchte. Ist man dann endlich in der Schleuse, hängt man ganz unten in dieser 8Meter tiefen Schleuse, rundum Stahlwände und Beton und vor Dir ein raumfüllender  Riesenkahn, und das alles im Scheinwerferlicht, ein spezielles Gefühl. Mit dieser Beleuchtung fast etwas mystisch und unheimlich. Für die Kanalarbeiter Alltag, sie werfen uns ihre dünnen Seile runter, wir binden unserer dicken 50 Meter langen Seile dran und das ganze wird hochgezogen und  oben an der Kante der Schleuse an Pollern vertäut. Dann wird  langsam Wasser  in die Schleuse eingelassen und wir steigen höher und höher. Unsere beiden Linehandler Bruno und Ueli und die beiden vom Nachbarboot ziehen langsam die Seile nach, damit wir schön in der Mitte der Schleuse bleiben.

Wir durchfahren drei Schleusen in diesem Ablauf. Alles läuft glatt. Der Tanker fährt jeweils ganz sacht, damit wir keinen Wasserstrudel von seinen starken Motoren abkriegen, vor uns in die Schleuse ein. Wir werden mehr und mehr Fan, so in der Nacht, ohne zu Schwitzen und mit diesem Licht den ersten Teil der Kanaldurchfahrt zu machen.

Am Bojenplatz im Gatunsee um Mitternacht gibt’s noch einen Schlumi und dann ab ins Bett. Wir müssen um 5.30 Uhr wieder raus aus den Federn. Es soll am nächsten Tag früh weitergehen. Mit Betonung auf soll. Der Lotse der an diesem Tag mit uns mitkommt erscheint  erst um 8.00 Uhr. Alle etwas übermüdet und murrlig vom Warten geht’s dann endlich los. Wir tischen ein ausgiebiges Frühstück auf, das auch den Lotsen freut, weil er ebenfalls Hunger hat. Wir fahren die 5 Stunden durch den Gatunsee bis wir zu den drei Mirafloresschleusen kommen. Hier heisst es dann wieder eine Stunde warten, weil unser diesmaliges Nachbarboot einen Motorenschaden hat und man noch nicht weiss wie und wann und ob wir zusammen durchfahren. Der Wind bläst kräftig und Kurt kann den Kat nicht einfach an Ort und Stelle halten. So drehen wir Kreise bis endlich entschieden wird, dass wir alleine mit einem Frachtschiff zusammen die drei Schleusen durchfahren!  Es ist mitlerweile 13.00 Uhr, ich zwischenzeitlich müdegeworden und gerade so richtig in der Koje eingedöst, werde geweckt mit,  Brigiitt!! Aufwachen, aufstehen, Du und Annina, ihr müsst diesmal auch als Linehandler arbeiten. Was ist los, wie bitte… noch ganz benommen und vor allem habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich eingesetzt werde. Muss kurz repetieren was es da genau zu tun gibt und schon geht’s los. Die Sonne brennt heiss herunter, Annina und ich stehen vorne am Bug, Bruno und Ueli am Heck und wir fahren in die erste Schleuse ein. Mir kommen fast die Tränen weil es irgendwie so ein erhabenes, sentimentales Gefühl ist. Da fährst Du nun in das gefüllte Becken der Schleuse, siehst über die zwei anderen Becken die noch kommen runter, in der Ferne erahnst Du den Pazifik, bei der Miraflores-Schleuse stehen viele Touristen, die sich das ganze Prozedere ansehen, schauen auf Dich runter und Du weisst, zu Hause in Stuttgart hocken nun unsere Freunde Klaus und Geli vor dem Computer und schauen live über die Webcam zu. Sie wollten unbedingt informiert werden wann wir durchfahren um  wenigstens so dabei zu sein. Klaus hat ja die Atlantiküberquerung mit uns mitgemacht und er und Geli interessierten sich seither für jede Segeltour von uns. Diesmal fährt der Frachter jeweils formatfüllend hinter uns ein. Was für ein Bild!! Wahnsinn!! Wir so klein und dahinter dieses Riesending.  Nun wird langsam das Wasser abgelassen, wir vier müssen von den Leinen immer etwas nachlassen um so den Katamaran schön in der Mitte der Schleuse zu halten.

Dann ist es geschafft. Wir haben den Panamakanal durchquert!!
Es war ein Supererlebnis für uns, das uns niemand mehr wegnehmen kann.

Nachmittags um drei lassen wir Ueli beim Balboa Yachtclub aussteigen und geben da noch die Pneufender, die wir am Vortag als Bootsschutz erhalten haben, ab. Danach fahren wir an unseren Ankerplatz „La Playita“ in der Nähe der Flamenco Marina. Wir sind noch ganz überwältigt von dieser Kanaldurchfahrt und kommen in den nächsten Wochen immer wieder darauf zu sprechen.

Wir sind nun auf der Pazifikseite und liegen fast direkt vor Panama City. Die weltberühmte Hochhausskyline ist unsere Kulisse. Hier gehen wir nun nochmals zur letzten Shoppingrunde. Alles was wir in Colon nicht gefunden haben, erhalten wir nun auf dieser Seite. Eine leere Gasfalsche, die wir zum Kochen brauchen können wir noch füllen lassen und einen neue dazukaufen. So wie es aussieht wird in den nächsten Wochen viel gekocht und wir brauchen dazu genügend Gas. Annina und Bruno haben sich beide bereits als gute und hilfreiche Köche ausgezeichnet. Überhaupt haben wir ein gutes Klima an Bord. Unser zum Teil spontanes Vierergrüppli versteht sich wunderbar. Annina als Küken (25) und Baslerin  an Bord zwischen uns drei Zürchern im Alter von 55,60 und 65 muss sich immer mal wieder ein Gspässli anhören. Sie hat im Dezember kurzfristig angefragt, als sie von ihrem Schwager Bruno erfahren hatte, was er vorhat, ob sie auch mitkommen kann. Sie sei gerade nicht in einen fixen  Job eingebunden und bis im Frühling frei.

 

 

 

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